Innovationsmanager haben vielfältige Aufgaben. Sie sind z.B. für Innovationsprozesse und -methoden sowie Werkzeuge z.B. zur Kundenergründung, Suchfeldbestimmung oder Geschäftsmodellinnovation im Unternehmen verantwortlich. Der Executive Interim Manager Siegfried Lettmann begleitet Innovationsmanager auf Ihrem beruflichen Weg. Ein Interview mit Martin Richter, MSc., Innovationsassistent bei der SIHGA GmbH.

Herr Richter, welche Funktion haben Sie bei SIHGA?

Als Innovationsmanager bin ich für das Thema Innovation zuständig, vor allem Innovationsmethoden und Geschäftsmodellinnovationen. In diesen Gebieten betreue ich sozusagen die Abwicklung.

Wie kann man sich das vorstellen? Also wie sehen hierbei die konkreten Aufgabenstellungen aus?

Wenn bei SIHGA Ideen entstehen oder gezielt entwickelt werden, dann ist es meine Aufgabe, den spezifischen Innovationsprozess abzuwickeln. Je nachdem, ob es bei den Innovationen um inkrementelle Weiterentwicklungen geht oder völlige Neuschaffungen, also sozusagen richtige Innovationen, bin ich hier etwa mit dem Vertrieb, der Technik oder auch dem Außendienst in engem Kontakt. Jeder Prozess durchläuft dann bestimmte Phasen. Hier geht es auch darum, die Ideen unter genau definierten Gesichtspunkten wiederholt zu bewerten.

Zum Beispiel?

Etwa, ob es überhaupt einen anschlussfähigen Markt gibt, wie lange die Neuentwicklung relevant bleiben wird und dergleichen. Über diese Faktoren wird im Laufe des Prozesses mehrmals entschieden.

Bei Innovationsmanagern ist die einschlägige Ausbildung meistens ein wichtiger Faktor. Darf ich wissen, welchen Hintergrund Sie haben?

Ich war mehrere Jahre bei einem Elektrotechnik-Unternehmen beschäftigt, bevor es mich zu SIHGA verschlagen hat. Davor habe ich Innovations- und Produktmanagement studiert.

Dann sind Sie also genau in Ihrem Element? Ich nehme an, gerade die Produktinnovation wird bei SIHGA eine große Rolle spielen? Das Unternehmen besitzt ja mehr als 70 Patente.

Ja, das kann man auf jeden Fall so sagen. Wir arbeiteten bisher eher produktzentriert – die vielen Patente schützen unser Know-how und Wissen langfristig. Künftig werden aber auch neue Geschäftsmodelle besonders im Fokus stehen. Wir befinden uns in einer relativ konservativen Branche und wollen verstärkt daran arbeiten, neue, zugkräftige Dienstleistungen anzubieten. Als Innovationsmanager kann ich dieses Know How in das Unternehmen einbringen.

Können Sie mir erklären, weshalb Herr Lettmann als Coach eingesetzt wurde?

Der Hauptgrund für Herrn Lettmanns Einsatz waren seine hohen Kompetenzen im Bereich der Geschäftsmodellinnovation und der Anwendung neuester Innovationsmethoden. Herr Lettmann hat uns enorm dabei geholfen, moderne Innovationsmethoden in die Praxis umzusetzen. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auch auf der Frage, wie die jeweiligen Ergebnisse auszuwerten und zu interpretieren sind. Ohne Herrn Lettmann wäre es uns nicht möglich gewesen, so tief in den Bereich Innovation vorzudringen.

Hat er es geschafft, die effektive Innovationsfähigkeit zu erhöhen?

Absolut. Die neuen Innovationsmethoden, die Herr Lettmann eingeführt hat, kommen bei uns bereits sehr gut zum Einsatz, alle Ergebnisse sind sehr zufriedenstellend. Auch ein von ihm angestoßenes Entwicklungsprojekt ist im Laufen. Sehr viele seiner Ideen werden tatkräftig umgesetzt.

Wie sah die Zusammenarbeit aus?

Herr Lettmann hat mich als Coach begleitet und mir die neuen Innovationsmethoden sehr gut erschlossen. Besonders in diesem Bereich war unsere Zusammenarbeit deshalb sehr eng. Er stand mir daneben jederzeit für Rückfragen zur Verfügung. Mit seiner Hilfe konnten sämtliche, neu hinzukommende Methoden, die wir zuerst in Workshops behandelten, dann auch gut eingeführt und durchgeführt werden. Er hat mich im Laufe dieses Prozesses mehr oder weniger ständig begleitet.

Um welche Methoden ging es dabei im Speziellen? Können Sie mir vielleicht Beispiele nennen?

Eine sehr produktive Methode, die wir mit Herrn Lettmann neu eingeführt haben, ist etwa Outcome Driven Innovation. Herr Lettmann hat uns dabei unterstützt, diese Herangehensweise gut anwenden zu können. Das ist ein langfristig wirksames Mittel, um die Innovationsvorhaben voranzutreiben. In Zukunft werden wir uns auch, wie ich bereits gesagt habe, sehr stark auf Geschäftsmodelle konzentrieren. Hier arbeiten wir mit Business Model Innovation mit deutlichem Fokus auf der Value Proposition. Herr Lettmann hat auch die Methode des Business Model Canvas eingeführt, die auch schon angewendet wird und uns wertvolle Dienste leistet. Blue Ocean wäre ein weiteres Thema, die Liste ist also lang. Herr Lettmann hat sehr umfassende Methodenkenntnisse, die uns hier sehr zugutegekommen sind. Seine Unterstützung war äußerst wertvoll.

Wie sind diese Vorgänge organisatorisch eingebettet?

Das hängt natürlich vom Bereich ab. Wenn es um Produkte geht, arbeiten wir mit dem Markt und der Technik zusammen, Digitalisierungsprojekte finden in den Bereichen statt, die davon jeweils betroffen sind. Das Thema Business Model Innovation wird in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung, aber auch der Vertriebsleitung angegangen. Als Innovationsmanager koordiniere ich diese Aktivitäten und treibe sie voran.

Empfinden Sie gewisse Methoden als besonders zugkräftig für Ihre Zwecke?

ODI (outcome-driven innovation) ist für uns zum Beispiel sehr gut anschlussfähig. Wenn man von Innovation spricht, spricht man immer auch über den Kundennutzen, hier hat ODI uns sehr weitergebracht. Die Anwendung ist etwas komplexer, die Ergebnisse sind aber hervorragend. Ich bin überzeugt, dass dieser Aufwand sich lohnt – und sich zweifellos auch zukünftig lohnen wird.

Worin liegen die spezifischen Vorteile dieser Methode, die Herr Lettmann eingeführt hat?

ODI hat uns sehr dabei unterstützt, latente Kundenanforderungen ausfindig zu machen und zu qualifizieren, beziehungsweise zu bewerten. Es können bewusste und unbewusste Kundenbedürfnisse erkannt und auch nach Wichtigkeit und Zufriedenheit klassifiziert werden. So kann der Suchraum für Innovation konkret beschrieben werden. Die Ermittlung dieser Anforderungen mündete im Verständnis der letztlich zu erreichenden Produktanforderungen, welche wiederum neue Produktentwicklungen angestoßen haben. Diese innovativen Produkte sind dann auch auf dem Markt erfolgreich, wenn sie die latenten Kundenanforderungen erfüllen. Sie sind also Marktinnovationen.

Es konnten also schon konkrete Produkte entwickelt werden?

Ja, wir arbeiten auf dieser Grundlage im Moment an zwei spezifischen Produkten, die die neu gefundenen Anforderungen erfüllen. Eines davon wird nächstes Jahr auf den Markt kommen. Die Methode funktioniert so gut, dass ich empfehle, sie auch auf weitere Produktbereiche auszudehnen, also Bereiche, die andere Aufgaben erfüllen.

Es ist gemeinhin ja nicht einfach, Kundenbedürfnisse zu ermitteln…

ODI vereinfacht das Auffinden der Kundenbedürfnisse enorm. Diese Methode bildet genau ab, wie der Prozess aussehen soll und wie Anforderungen auch erfüllt werden können. Man ermittelt zuerst die Kundenanforderungen selbst und lässt die entstehenden Kriterien direkt von den Kunden bewerten. Ein Algorithmus zeigt dann, wie der Fokus zu legen ist. ODI gibt diesen ganzen Prozess sehr genau vor und erleichtert es enorm, die richtigen Schlüsse aus den Erkenntnissen zu ziehen.

Halten Sie den Einsatz Herrn Lettmanns bei Innovationsthemen für zielführend?

Ganz klar: Ja. Herr Lettmann hat es geschafft, einen ganz starken und guten Fokus zu schaffen: Ohne Innovation kann ein Unternehmen nicht zukunftssicher sein. Die ganze Art und Weise, wie er denkt, zielt auf Zukunftsorientierung ab. Diese Denkweise konnte er auch auf uns übertragen. Jedes Unternehmen möchte zukunftsorientiert operieren, aber wirklich einen systematischen Zugang zu haben, der praxisgerecht eingesetzt wird und langfristig Innovationen sichert, ist schon etwas ganz anderes.

Das stimmt, Innovation ist in vielen Unternehmen ein Knackpunkt. Würden Sie anderen Unternehmen auch einen solchen Zugang empfehlen? Also für diese Themen spezialisierte Interim Manager hinzuzuziehen?

Auch hier bekommen Sie von mir ein klares Ja. Vor allem würde ich ausdrücklich Herrn Lettmann weiterempfehlen – und habe das sogar schon gemacht. Ich denke, viele Firmen können von seinem Einsatz sehr profitieren.

In welcher Hinsicht?

In vielerlei Hinsicht, da geht es nicht nur um die Einführung bestimmter Methoden selbst. Bei vielen dieser Zugänge fallen beispielsweise sehr viele Daten an. Herr Lettmann hat uns befähigt, diese Daten richtig zu interpretieren und ihre Kontexte zu verstehen. Ich habe zuvor erwähnt, dass ODI beispielsweise recht komplex in der Umsetzung ist. Herr Lettmann hat uns das nötige Wissen verschafft, dass diese Dinge für uns transparent werden konnten, und unsere Augen dafür geöffnet, wie alles zusammenhängt. Auch bei Geschäftsmodellinnovationen war sein breiter Erfahrungshintergrund und sein tiefgehendes Wissen mehr als hilfreich. Abgesehen davon legt er auch stets eine gewisse Skepsis an den Tag, die dabei hilft, neue Chancen zu sehen und neue Ideen entstehen zu lassen.

Wie haben Sie persönlich die Zusammenarbeit empfunden?

Sehr positiv. Die Zusammenarbeit mit Herrn Lettmann war für mich sehr lehrreich und konstruktiv. Als äußerst positiv habe ich dabei auch empfunden, dass er trotz seines reichhaltigen Erfahrungshintergrundes auch andere Ideen zulässt und einen dabei unterstützt, diese produktiv und konsequent weiterzudenken – auch wenn ich als ausgebildeter Innovationsmanager bereits einen theoretischen Hintergrund hatte. Er hat es immer geschafft, mir bestimmte Momente und Verhältnisse aufzuzeigen und animierte mich so zum Querdenken. Insgesamt empfinde ich ihn nicht nur für Unternehmen als sehr empfehlenswerten Partner, sondern auch aus menschlicher und persönlicher Sicht: Er ist offen, kommunikativ und stets transparent.

Gibt es etwas, das Ihnen besonders gut gefallen hat?

Besonders beeindruckt hat mich die Art und Weise, wie er es geschafft hat, eingefahrene Muster aufzubrechen. SIHGA ist ein Traditionsbetrieb und auch schon lange Marktführer. Da wird es mit der Zeit natürlich immer schwieriger, über den Tellerrand zu blicken. Herr Lettmann hat es aber ganz klar geschafft, hier eine weitere Perspektive zu schaffen und ebendiesen berühmten Blick über den Tellerrand zu ermöglichen. Meiner Meinung nach eine ganz besondere Leistung.

Das Interview führte Johann Auer, Redakteur der SLIM Management GmbH.

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